Aktuelles

Eine alte Weihnachtsgeschichte aus dem Erzgebirge

Es begab sich aber zur der Zeit, dass ein Gebot von dem Ersten Sekretär Honecker ausging, dass alle Genossen geschätzt würden. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Ingenieur Herbert Friedrich noch aktiv war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Walter aus dem Erzgebirge, aus der Ort Pobershau, durch das Arbeiter- und Bauernland nach Zschopau, weil er ein Bürger der Deutschen Demokratischen Republik und ein treuer Genosse war, damit er sich schätzen ließe mit seiner MZ, die war sauschnell. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie langsamer wurde. Und sie gebar hohen Verschleiß und er zerlegte sie auf einem Tisch in einer Garage; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Stadt.
Und es waren Zweiradfahrer in derselben Gegend auf dem Felde bei Hohndorf, die ackerten offroad mit ihren Enduros. Und eine große Hoffnung trat zu ihnen und eine neue Idee leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und die Hoffnung sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute die Zuversicht geboren, welche ist die Zukunft, moderne Motorräder, in der alten Stadt des Dampf-Kraft-Wagens.
Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden die MZ in einer Garage zerlegt und auf einem Tisch liegen. Und alsbald war da bei der Hoffnung die Menge der antifaschistischen Pioniere, die lobten den Sozialismus und sprachen: Ehre sei Marx, Engels und Lenin! Und Friede auf Erden bei den Menschen ihres Wohlgefallens.
Und als die Hoffnung von ihnen in die dunkle Nacht eilte, sprachen die Enduristen untereinander: Lasst uns nun fahren nach Zschopau und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns moderne Motorräder kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Chefingenieur Kaaden, dazu die MZ auf dem Tisch liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das ihnen von diesem Motorrad gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Enduristen gesagt hatten. Walter Kaaden aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in seinem Herzen. Und die Enduristen kehrten wieder um, priesen und lobten den Sozialismus für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Als die ETS geboren war in Zschopau im Erzgebirge zur Zeit des Stasi-Chefs Mielke, siehe, da kamen Sportsfreunde aus dem Kapitalismus nach Ost-Berlin und sprachen: Wo ist die neugeborene Königin des Zweitakts? Wir haben einen Prototyp gesehen in Westdeutschland und sind gekommen, ihn zu kaufen. Als das Stasi-Chef Mielke hörte, erschrak er und mit ihm der ganze SED-Kader, und er ließ zusammenkommen alle Funktionäre und inoffizielle Mitarbeiter des Politbüros und erforschte, wo ein modernes Motorrad erdacht werden könnte. Und sie sagten ihm: In Zschopau im Erzgebirge; denn so sprach schon Ernst Degner zu Suzuki: „Und Zschopau im Erzgebirge ist keineswegs im Rennsport zu unterschätzen, denn von dort wird kommen der Six-Days-Gewinner, der im Enduro dominieren wird.“ Da rief Mielke die Sportsfreunde heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Prototyp erschienen wäre, und schickte sie nach Zschopau und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Motorrad, und wenn ihr´s findet, so sagt mir´s wieder, dass auch ich komme und es lobe.
Als sie nun den Stasi-Chef gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, die Faszination des Prototyps, der sie schon in Westdeutschland begeistert hatten, ging vor ihnen her, bis sie an dem Ort standen, wo das Motorrad war. Als sie das Licht sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in die Garage und fanden die MZ mit Walter Kaaden, Techniker des Volkes, und fielen nieder und starrten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Reifen, Zündkerzen und Bremsbeläge. Und die Sportsfreunde bekamen im Traum die Einsicht, nicht wieder zu Mielke zurückzukehren; und sie zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.

Aus dem MZ-Evangelium, Kap 2.

Wer mit einem Zweirad unterwegs ist, genießt die Natur, bemerkt aber ebenfalls sehr schnell, dass er nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt ist, sondern auch den anderen Verkehrsteilnehmer:innen. Auch mit Helm und Protektoren bleiben die wendigen Biker eine gefährdete Gruppe, denn laut Statistik ist die Gefahr der Tötung im Vergleich zur Automobilität vierfach erhöht. Im letzten Jahr starben 2719 Menschen im Straßenverkehr, 499 waren Motorradfaher:innen. Dazu kommen 426 Fahrradfahrer:innen. Auch wenn die Zahlen erfreulicherweise in den letzten Jahren zurück gehen, ist das Zweirad innerhalb der aktuellen Verkehrssituation die gefährlichste Form der Mobilität.

Unsere Bitte: Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann!

Bikers Helpline sagt DANKE!

Da oft Spenden bei Bikers Helpline eingehen, die keinen Namen oder Anschrift tragen, möchte das Team auf diesem Wege Danke sagen für die Unterstützung und das Vertrauen! Diese Wertschätzung motiviert uns zusätzlich, tagtäglich Dienste zu organisieren, um Motorradfreunde in Not beistehen zu können. Der Notruf ist erreichbar unter 0176 30 191 110.

20 Jahre Bikers Helpline!

2019 ist unser Jubiläumsjahr und es gibt viele Möglichkeiten, mit uns zu feiern. Am 24.2.2019 starten wir die Saison mit einem Motorradgottesdienst (MoGo) in Hamburg, dann folgen die Spirit Tour quer durch Deutschland, die unser Netzwerk ein wenig sichtbar werden lässt. Im Sommer veranstalten wir einen Open-Air-MoGo in Greifswald. Zwischendurch sind wir auf vielen Veranstaltungen; bei Motorradtreffen, Sicherheitstrainings, auf der Rennstrecke oder auch im Dreck offroad. Überall freuen wir uns auf die Gespräche und die gute Gemeinschaft. 

Geschichte des Vereins:
Am 1.7.1999 wurde der Notruf bundesweit freigeschaltet. Seitdem ist rund um die Uhr ein Seelsorge-Team erreichbar, um zu hören, wo der Motorradstiefel drückt. Vom Unfall, über Mobbing am Arbeitsplatz bis zum Alkoholproblem reicht das Spektrum der Begleitung. Gemeinsam wird nach Lösungen und weiteren Schritten gesucht. Das Seelsorge-Team ist anonym tätig und bundesweit gut vernetzt, um auf Wunsch auch einen Kontakt zum regionalen Bikerpfarrer herzustellen. Der Notruf ist für alle Motorradfreunde und deren Verwandte unter 0176 30 191 110 erreichbar und setzt keine Mitgliedschaft voraus.

Spirit Tour 2019

„Als Schirmherr von Bikers Helpline freue ich mich sehr über die regen Aktivitäten des Vereins. Die Spirit Tour scheint mir eine tolle Gelegenheit, das bundesweite Netzwerk der Seelsorge sichtbar werden zu lassen. Ich wünsche der Apostelgruppe viele schöne Begegnungen und eine gute Zeit zusammen!“
Allzeit gute Fahrt
Bert von Zitzewitz

„Liebe Spirit-Tourer,
ich wünsche Euch eine schöne, glückliche und reich gesegnete Fahrt mit hoffentlich vielen interessanten Erlebnissen und guten Begegnungen. Möget Ihr bewahrt bleiben vor Unfall und Gefahr und gesund wieder nach Hause kommen. Mit meinen Gedanken und guten Wünschen begleite ich Euch.“
Euer Bikers-Helpline-Freund und Bikerbischof
Dieter Krüger

Spirit Tour nahm ein gutes Ende

Am Ende der Spirit Tour traf sich die Apostelgruppe mit Bischof Bedford-Strohm (Foto stehend 4. von links), der eine Weste der „Kradapostel“ überzog und Landesinnenminister Hermann (stehend 5. von links), der eine Weste der „Blue Knights“ trägt, um einen Gottesdienst in München zu feiern. Am 18.5.19 startete die Spirit Tour in Flensburg mit weisen Worten der Oberbürgermeisterin Simone Lange, die gerne mit dem Zweirad unterwegs ist: „Ich habe noch nie Biker ohne Empathie erlebt. Nehmen Sie den Impuls der Empathie mit! Das braucht unser Land und ganz Europa.“ Am 1.6.19 endete die Tour mit klugen Worten des Bischofs: „Wer beim Motorradfahren die ökologische Frage stellt, muss auch beim Auto oder beim Fleischkonsum das Verhalten kritisch hinterfragen.“ Der Bischof outete sich als begeisteter Motorradfahrer, der in seiner Studentenzeit mit einer MZ das Zweiradglück entdeckte. Der Bayrische Innenminister Hermann führte mit einem Polizei-Krad den Konvoi von München nach Fürstenfeldbrück an, der von einer Kradstaffel der Polizei perfekt gesichert wurde.

Die Spirit Tour führte quer durch Deutschland über Flensburg, Husum, Heide Hamburg, Lüneburg-Embsen, Hermannsburg, Bergen-Belsen, Hannover, Albaxen, Ziegenhaim, Alsfeld, Schotten, Frankfurt, Suhl, Coburg, Kasendorf, Urbach, Stuttgart, Rastatt, Kempten, Augusburg, München, Fürstenfeldbrück bis ins Kleinwalsertal/Österreich. Auf dem Weg ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, um ins Gespräch mit anderen Menschen zu kommen. So wurde auf Tankstellen, auf Marktplätzen, in Kirchen und auch in Gaststätten über Gott und die Welt gesprochen. Die Kradapostel waren unermüdlich rund um die Uhr im Einsatz. Pfarrer und Kradapostel Frank Wietzel (vorne 2. von links) freute sich über diese gelungene Spirit Tour und sieht sie als ein gutes Beispiel für die „versöhnte Verschiedenheit“, die eine moderne Gesellschaft und ein gutes Miteinander prägt. Nach der Spirit Tour waren sich die Kradapostel einig, dass weitere Reisen stattfinden sollten. Nach der Spirit Tour ist vor der Spirit Tour.

———————————————————————————————————-

„Unterwegs im Namen des Herrn“